Christoph-Arnold-Schule

Leistungszeitraum: 2008 – 2011
Leistungsphasen: 2 – 8
Anlagengruppen: 1 – 6
Baukosten KG 400: 517.000,00 €
Baukosten gesamt: 2,5 Mio. €
BGF: 1.817 m²

 

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Die Grundschule in Engelsdorf wurde durch einen zweigeschossigen Erweiterungsbau ergänzt. Der Neubau wurde an das vorhandene Schulgebäude angegliedert. Im Erweiterungsneubau sind Klassenzimmer, Gruppenräume, ein Speisesaal, eine Ausgabeküche und die WC-Anlagen integriert.

Erläuterungen:

 

Sanitär:

Regen- und Schmutzwasser werden auf dem Grundstück im Trennsystem geführt. Die Zusammenführung zu Mischwasser erfolgt im Übergabeschacht an die öffentliche Entwässerung.

Der Erweiterungsbau wird über eine vorhandene, erdverlegte Trinkwasserleitung versorgt. Am Gebäudeeintritt der Hausanschlussleitung erfolgte der Einbau einer Hauswasserstation mit Rückflussverhinderer, Absperrarmatur und mit einem rückspülbaren Filter zum Schutz der Gebäudeinstallation vor mechanischen Verunreinigungen, Oxidationsprodukten und gelösten Ablagerungen aus dem Versorgungsnetz.

Der Klassentrakt und der Sanitärbereich wurden separat absperrbar gestaltet. Die Leitungsführung erfolgt im Sanitärbereich des Erweiterungsbaus an der Decke, in Installationswänden und teilweise im Fußboden. Die Verlegung der Versorgungsleitung Klassentrakt/Ausgabeküche erfolgte im Fußboden. Die Steigeleitungen wurden in Vorsatzschalen bzw. im Wandschlitz verlegt. Verteil- und Steigleitungen wurden in Edelstahl ausgeführt. Die Objektanschlüsse erfolgen aus DVGW zugelassenen Kunststoffrohr PE-X im Komplettsystem hinter bauseitigen Vorwänden. Die Rohrleitungen erhielten eine Dämmung gegen Tauwasserbildung und zur Verhinderung unzulässiger Erwärmung. Die Leitungsführung wurde unter Berücksichtigung von brandschutztechnischen Erfordernissen vorgenommen.

Im Erweiterungsbau wurde keine Anlage zur zentralen Warmwasserbereitung vorgesehen. Das Behinderten-WC erhielt zur Warmwassererwärmung einen dezentralen Elektro-Klein-Durchlauferhitzer, wobei die Unterfahrbarkeit des Waschtisches erhalten blieb. Das Waschbecken im Umkleideraum des Küchenpersonals erhielt 5l-UT-Speicher zur Warmwasserbereitung. Die Versorgung der Ausgabeküche erfolgt mittels eines 150 l Elektrowandspeichers.

Alle anderen Objekte erhielten nur einen Kaltwasseranschluss. Für Waschtische mit Kaltwasseranschluss in den WC-Einheiten und die Klassenzimmerbecken wurden wassersparende mechanische Selbstschluss-Standventile vorgesehen. Die Behinderten-Waschtischanlage erhielt eine wassersparende Einhebel-Mischarmatur mit Verbrühungsschutz. Die Ausstattung der Behinderten-WCs erfolgte nach DIN18024.

 

Heizung:

Die Wärmeerzeugungsanlage, bestehend aus 2 Gasbrennwertkesseln mit einer Gesamtleistung von 410 kW, befindet sich im Altbau der Schule. Sie versorgt den Altbau, die Aula, die Turnhalle, ein Hortgebäude und den Erweiterungsneubau. Durch den Abriss verschiedener Gebäude und vorhandene Reserve der Kesselanlage, war keine Erhöhung der Heizleistung erforderlich.

Die verschlissene Regelungstechnik der Anlage und der Teilgebäude wurde im Rahmen der Baumaßnahme erneuert.

 

Wärmeverteilnetze:

Die Versorgung des Erweiterungsbaus erfolgt über erdverlegte Heizungsleitungen, welche Alt- und Neubau verbinden. Für die Heizkreise des Erweiterungsneubaus wurde im Technikraum im Neubau ein Verteiler installiert.

Verteiler Erweiterungsneubau:

HK 1 Statische Heizflächen: 63 KW, 70/40°C

HK 2 RLT-Anlage WC 5,3 KW, 70/45°C

HK 3 RLT-Anlage Küche 35 KW, 70/45°C

Gesamtanschlussleistung Erweiterungsbau: 103,3 kW

 

Leitungsverlegung:

Die Verlegung der Verteilleitung erfolgte in Abhangdecken des Erdgeschosses und in Installationsschächten. Heizkörperanschlussleitungen sind im Fußbodenaufbau verlegt. Die Klassen- und Gruppenzimmer, sowie der Speisesaal und die Flure werden über eine Zonenregelung geregelt. Diese wird übergeordnet über ein KNX-/ EIB-System gesteuert.

 

Raumheizflächen:

Alle Räume, außer der Küche, sind mit Plan-Ventil-Plattenheizkörper ausgestattet. In der Küche sind Hygiene-Heizkörper installiert.

 

Lüftung:

Der Erweiterungsneubau ist mit zwei Lüftungsanlagen ausgestattet.

RLT-Anlage 1 – Lüftungsanlage WC- und innenliegende Räume

Zur Be- und Entlüftung der fensterlosen WC- und Technikräume ist im Technikraum ein Zu- und Abluftgerät mit Wärmerückgewinnung, nach VDI 6022 aufgestellt. Die Nachheizung der Luft erfolgt mittels Warmwasserheizregister.

Die Zu- und Abluftverteilung erfolgt über gedämmte Steigleitungen hinter Trockenbauverkleidung, Brandschutzklappen auf dem Fußboden bei Deckenquerung sowie Querung von Wänden mit Brandschutzanforderung. Zu- und Abluftverteilung über Tellerventile bzw. Luftauslässe. Luftmengen nach AMEV „RLT-Anlagenbau 2004“, Luftmengenregulierung mit wartungsfreien Volumenstromreglern.

Das Lüftungsgerät besitzt eine fest installierte Kompaktregelung, über welche die komplette Steuerung dieser Lüftungsanlage erfolgt.

Technische Daten:

Luftleistung ZU/AB: 1.540 / 1.540 m³/h

Wärmerückgewinnung: Plattenwärmetauscher

Nacherhitzer PWW 70/45°C 5,3 kW

 

Be- und Entlüftung der Ausgabeküche:

Zur Be- und Entlüftung der Küche werden sind je ein Zu- und ein Abluftgerät mit FU-gesteuerten Ventilatoren installiert. Die Anordnung der Lüftungsgeräte erfolgte auf dem Dach des Erweiterungsbaus. Sie sind als Flachgeräte in wetterfester Ausführung ausgeführt.

 

Verteilung Zuluft:

Die Verteilung der Zuluft erfolgt über im Abhangdeckenbereich verlegte Lüftungsleitungen in der Ausgabeküche und dem Küchennebenraum. Die Zulufteinbringung erfolgt über Linearauslässe im Deckenbereich. Der Lüftungskanal ist im Schachtbereich L90-verkleidet.

 

Abluftabsaugung:

Die Abluftabsaugung erfolgt im Ausgabebereich über Fettfanggitter und im Nebenraum im Bereich über der Spülstrecke über eine Absaughaube. Die Lüftungskanäle sind fettdicht ausgeführt. Die Kanalführung erfolgt im Abhangdecken und Schachtbereich. Der Abluftkanal ist im Schachtbereich L90-verkleidet.

 

Regelung Lüftung Küche:

Die Regelung der Küchenlüftung ist in einem separaten Schaltschrank im Küchennebenraum untergebracht. Die Ansteuerung der Ventilatoren erfolgt über Frequenzumrichter. Weiterhin wird über die Regelungsanlage die Klappensteuerung, die Differenzdrucküberwachung und die Ansteuerung des 3Wegeventils in der Beimischschaltung realisiert. Die Bedienung der Anlage durch das Küchenpersonal erfolgt über ein Raumbediengerät mit Stufenschalter.

Elektro:

 

Beleuchtungssteuerung:

  • Flure und Treppenhäser

Die Grundbeleuchtung in Fluren und Treppenhäusern mit Tageslicht wird über den Tageslichtsensor (Bestandteil der Wetterstation) in Verbindung mit einer Zeitschaltuhr (Bestandteil Bedientableau KNX/EIB) währende der Betriebszeit des Gebäudes eingeschaltet. Die zusätzliche Beleuchtung kann über örtliche Taster zugeschalten werden. Die Grundbeleuchtung in Fluren ohne Tageslicht wird über die Zeitschaltuhr (Bestandteil Bedientableau KNX/EIB) währende der Betriebszeit des Gebäudes eingeschaltet. Die zusätzliche Beleuchtung kann über örtliche Taster zugeschalten werden.

  • Speisesaal

Die Beleuchtung kann in vier Gruppen (eine Gruppe Wandleuchten, 3 Gruppen Deckenleuchten) geschaltet werden. Dabei werden die drei Gruppen Deckenleuchten über einen Lichtfühler auf einem konstanten Wert (z.B. 200 lx) geregelt.

  • Klassen- und Gruppenräume, Büro

Die Beleuchtung wird tageslicht- und anwesenheitsabhängig gesteuert, wobei die Steuerung durch einen Taster zuerst in Betrieb gesetzt werden muss. Über den Präsenzmelder wird die Beleuchtungsstärke konstant gehalten (300 bzw. 500 lx) und nach Verlassen des Raumes nach einer definierten Nachlaufzeit ausgeschalten.

  • Sonstige Räume

Die Beleuchtung wird über örtliche Taster ein- bzw. ausgeschalten.

  • Sonstiges

Zentral-Aus-Funktion für die gesamte Beleuchtung über Schlüsselschalter.

 

Such- und Signalanlagen:

Installation eines Notrufs in den Behinderten-WCs, zur örtlichen Alarmierung im Notfall sowie einer parallelen Alarmierung an eine besetzte Stelle. Zusätzlich wird das Signal auch auf die KNX/EIB-Anlage aufgeschaltet. Die Erweiterung der Gegensprechanlage ist nicht erforderlich, da der Zugang zum Gebäude weiterhin über den Haupteingang erfolgt. Für den Bereich Anlieferung Küche ist eine einfache Klingelanlage vorgesehen.

 

Elektroakustische Anlagen:

Einbau einer modular aufgebauten Lautsprecheranlage mit Verstärkerkomponenten in einen Datenschrank, diese ist mit einer unterbrechungsfreien Spannungsversorgung ausgestattet, da hierüber die Signalisierung bei Auslösen der Brandmeldeanlage erfolgt. Die Verkabelung der einzelnen Lautsprecherkreise erfolgt gemäß VDE 0833 Teil 4. In allen Bereichen wie Fluren, Klassenräumen, WC-Bereichen usw. wurden Aufbaulautsprecher realisiert. Über die Anlage können Funktionen wie Pausensignal, Durchsagen und Musikeinspielung ausgeführt werden, eine separate Ansteuerung der einzelnen Räume wurde nicht realisiert.

 

Blitzschutz- und Erdungsanlagen:

Das Gebäude wurde mit einer Blitzschutzanlage Blitzschutzklasse III ausgestattet. Die maschenförmige Fangeinrichtung wurde auf dem Dach aufgebaut, Ableitungen wurden an der Fassade nach unten geführt. Die Erdungsanlage wurde neu erstellt, dazu wurde in die Bodenplatte ein Fundamenterder eingelegt und Erderfahnen zum Anschluss der Ableitungen und für den Gebäudepotentialausgleich isoliert nach außen geführt. Für den Überspannungsschutz wurden Blitzstromableiter bzw. Überspannungsableiter in der Verteilung eingesetzt.

 

Hausalarmanlage:

Entsprechend der Schulbaurichtlinie müssen Schulen mit einer Hausalarmierung ausgestattet sein. Die Hausalarmierung wurde über Handfeuermelder je Geschoss an den Zugängen zu den Treppenräumen sowie an den Ausgängen des Gebäudes realisiert. Zusätzlich wurden in bestimmten Bereichen, wie Lager- und Technikräumen, automatische Melder angeordnet. Die Alarmierung erfolgt über die Lautsprecheranlage und unterscheidet sich vom Pausensignal. Die Alarmierung läuft auf eine während des Betriebes des Gebäudes ständig besetzte Stelle auf, die dann die Feuerwehr alarmiert. Die Zentrale der Hausalarmanlage ist im Technikraum im Obergeschoss untergebracht.

 

Einbruchmeldeanlage:

Die Einbruchmeldeanlage wurde zur Überwachung der Außentüren vorgesehen. Die Hauptzugangstüren im Erdgeschoss wurden entsprechend Erfordernis überwacht. Zusätzlich wurden die Treppenräume und die Flure im Erdgeschoss mit Bewegungsmeldern überwacht. Damit wird verhindert, dass sich Personen bei eingeschalteter Anlage unbemerkt im Gebäude bewegen. Das bestehende Gebäude ist bereits mit einer Einbruchmeldeanlage ausgestattet. Für den Erweiterungsbau wurde daher eine Unterzentrale geplant, die entsprechende Zentrale wurde im Technikraum im Obergeschoss errichtet und einem separaten Sicherungsbereich zugeordnet.

 

Fernmelde- und informationstechnische Anlagen:

Es ist eine strukturierte, anwendungsneutrale Verkabelung für Daten und Sprache vorgesehen, die dem heutigen Stand der Technik hinsichtlich Struktur und Geschwindigkeit entspricht (strukturierte Verkabelung). Um die Anforderungen hinsichtlich wirtschaftlicher Verkabelung als auch der Längenrestriktion von ca. 90 m bei der Tertiärverkabelung zu erfüllen, wurde der Datenschrank im Raum Technik im Obergeschoss vorgesehen. In diesem können die zentralen Komponenten der Datentechnik untergebracht werden. Der komplette Tertiärbereich wird von hier aus versorgt, d. h. sämtliche Datenendpunkte im Erweiterungsbau, egal wie diese später genutzt werden, sei es für Sprach- oder Datenübertragung, werden hier 1:1 auf Patchfelder geführt.