KKH Halle/Saale

Leistungsphasen: 2 – 8
Anlagengruppen: 1 – 5
Fertigstellung: 2008

 

Das neu errichtete moderne Bürogebäude der KKH in Halle befindet sich im Zentrum der Stadt Halle/Saale, in der Steinstraße Ecke Neunhäuserstraße.

Das Bürogebäude wurde im Jahr 2008 fertig gestellt und durch die kaufmännische Krankenkasse bezogen. Es verfügt neben der interessanten Architektur auch über eine moderne und zweckmäßige Gebäudetechnik.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die hier zum Einsatz gekommene Bauteilaktivierung. Häufig treten in modernen Bürogebäuden gerade in den Sommermonaten sehr hohe Innenraumtemperaturen auf, die letztendlich häufig eine Klimatisierung der Räume erforderlich machen. Ursächlich dafür sind in Bürogebäuden neben den inneren Wärmelasten (durch Beleuchtung, Personen und elektronische Geräte) und den äußeren Wärmelasten, (klimatische Einflüsse) die Ausführung der Baukonstruktion. Wirtschaftliche Gesichtspunkte führen zu insgesamt leichteren Baukonstruktionen, deren Speichermassen wesentlich geringer sind und die teilweise durch Trockenbaukonstruktionen abgeschirmt werden. Je geringer die freien Speichermassen sind, desto schneller führen die zwangsläufig anfallenden Innenlasten zu einem ansteigen der empfunden Temperatur im Raum. Hier ist der Ansatz für den Einsatz der Bauteilaktivierung. Durch in der Baukonstruktion der Geschossdecken eingelegte PE-X Rohre wird Wasser als Kühlmedium geleitet und die thermischen Lasten aus der Konstruktion geführt. Die gesamte Speichermasse der Massivdecke wird aktiviert. Dadurch kann das Bauteil länger Wärme aus dem Raum aufnehmen. Die Wärme wird dann zeitversetzt, entweder an das Kühlmedium oder aber an den Raum abgegeben. Die maximalen Werte der Raumtemperaturen werden gesenkt und der Zeitpunkt des Auftretens der höchsten Raumtemperatur tritt zeitlich versetzt, später ein.

Die Vorlauftemperaturen des Kühlmediums betragen minimal 16 °C. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Regelung der Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur erfolgt. Da die erreichbaren Kühlleistungen zwischen 30 W/m² und 40 W/m² liegen, können mit einer Bauteilaktivierung häufig die auftretenden Innenlasten nicht vollständig abgeführt werden. Taupunktfühler verhindern den Betrieb der Anlage bei hohen Luftfeuchtigkeiten, um Taupunktunterschreitungen zu vermeiden.

Auch wenn die Raumtemperaturbedingungen die an eine Klimaanlage gestellt werden aus vor genannten Gründen systembedingt nicht eingehalten werden können, so sprechen die Vorteile der Betonkernaktivierung für die Anwendung gerade bei Bürogebäuden:

  • keine wahrnehmbare Luftbewegung im Raum
  • keine Zugerscheinungen
  • keine Geräuschbelästigung in den Büroräumen
  • angenehmeres Raumklima, Verringerung der max. Raumtemperaturen
  • kein Platzverlust keine sichtbaren Einbauten

Die Entwurfs- und Ausführungsplanung der gesamten haustechnischen Anlagen beider Gebäude, im Einzelnen die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte und Elektro, erfolgte durch unser Büro.